dann schauen wir mal...

Die Ape ist startklar. Alle angedachten Änderungen sind gemacht,  die vermeintlich wichtigen Utensilien sind angeschafft. Es kann losgehen!

 


Mein Sohn lebt mit Familie in der Nähe von Hamburg. Da mein Enkel gerne mal wieder Ape mitfahren möchte, seine Eltern für ein Rammstein-Konzert nach Dänemark wollen und ich versprochen habe, Haus und Enkel zu hüten, bietet sich diese Fahrt als erste größere Tour ja fast zwingend an. Eine Strecke hat ca. 430 km. Dann schauen wir mal...

 

So gegen 10.00 Uhr fahre ich los. Nach etwa 3 Stunden mache ich eine längere Pause.

 

Erstes kleines Fazit:

Es macht Spaß!

Die 90°-Sitzposition in der Ape ist gar nicht schlecht.

Mir tut nichts weh.

Ich sehe viel mehr von der Gegend und bin deutlich entspannter.

 

Ich schaffe so etwa 25-30 km in der Stunde. Das bedeutet, dass ich mit einer Tankfüllung 6-7 Stunden fahren kann.

Alles eine Frage der Sichtweise :)

 


Ich staune, wie schön es ist, nur über die Landstraße zu fahren.

80-90% der Strecke führen durchs Grüne, über tolle Alleen, Wald oder durch Feld und Wiese. Das hatte ich so gar nicht auf dem Schirm.


Später durchfahre ich Bielefeld. Für mich 0 Punkte auf der Attraktivitäts-Skala. Ich bin froh, als ich die Stadt hinter mir gelassen habe. Die Bielefeldverschwörung gibt es tatsächlich! Richtung Nienburg/Weser ist aber alles wieder schön.

 

Ich habe zwischendurch getankt. Benzin auffüllen, die Beine vertreten und Toilette ist keine schlechte Kombination. Ich verbrauche 5,2 Liter auf 100 km. Cool! Nicht vergessen, bei 40-50 auf dem Tacho fahre ich ja im Vollgasbereich:)

So gegen 20.00 Uhr suche ich mir einen Übernachtungsplatz. So ein Landstraßenparkplatz bietet sich da idealerweise an. Nicht direkt an der Straße, dadurch ruhig, aber auch ziemlich einsam.

Also, Stuhl raus, Kocher raus, eine Portion Gulaschnudeln und einen Kaffee aus der bordeigenen Küche :)

Danach sitze ich entspannt und zufrieden neben der Ape und hänge meinen Gedanken nach.

Die reine Fahrzeit waren heute etwa 7 Stunden. Nichts hat mir wehgetan, nichts war langweilig oder eintönig. Im Gegenteil, wenn man sich darauf einlässt, ist das eine wirklich schöne und interessante Art zu reisen.

Ich habe keine genervten oder unhöfliche Leute gesehen; alle sind geduldig hinter mir her gefahren, bis sie mich überholen konnten, viele haben gewinkt und sich gefreut, mich zu sehen (die Ape).

Als sehr praktisch erweist sich mein Wasser-behälter. Er fasst ca. 5.5 Liter und lässt sich leer zusammen falten. Zähne putzen, Katzen-wäsche, Nudeln oder Kaffee kochen sind kein Problem mehr.

Auch die beiden Drehlüfter, die ich in die Heckklappe eingebaut habe machen das, was sie sollen: die Luft austauschen, ein wenig Licht reinlassen und mir einen Blick nach draußen ermöglichen.


Der Kasten der Ape ist ca. 178 cm lang. Ich lege ein 70x190cm Liegenpolster diagonal und kann hervorragend bei geschlossener Klappe liegen. Als Unterlage nehme ich noch eine Thermomatte.

Ich schlafe gut und bin so gegen 7.00 Uhr wieder fit.

Eine weitere Errungenschaft der Zivilisation:

Fast jede Bäckerei bietet heute Kaffee, belegte Brötchen oder ein komplettes Frühstück an. Weil ich das unterwegs und zum Tagesstart sehr wichtig finde, suche ich mir im nächsten Ort einen Bäcker und erlaube mir diesen Luxus. Inklusive freundlicher Blicke, weil ich meinen Boliden direkt vor der Türe geparkt habe.

 

Dann geht's weiter über Walsrode, Soltau und Lüneburg Richtung Norden. Ich komme am Vogelpark vorbei, sehe im Vorbeifahren den Heidepark, quere in Höhe Lüneburg ein, wie ich finde, riesengroßes Bundeswehr-Übungsgelände und bin gegen Mittag an der Elbe bei Geesthacht. Beeindruckend finde ich eine Fischtreppe, mit der die naturnahe Fischwanderung flussaufwärts ermöglicht wird.

 

Von Geesthacht ist es nicht mehr weit.

Angekommen am Ziel werde ich schon von meinem Enkel erwartet, dem natürlich sofort auffällt, dass ich im Kühlergrill der Ape das Superman-Logo angebracht habe und direkt befindet, dass die "Ape voll cool ist."


Gesamtfazit:

Es war eine schöne Tour. Gesamtkilometer 421, Gesamtfahrzeit 13 Stunden, Verbrauch 5,2 l.

Die Machbarkeit ist bewiesen, das nächste Mal brauche ich aber mindestens einen Tag länger, weil ich mir dann die Zeit nehmen werde, in schönen Gegenden/Orten länger zu verweilen.